40. Ordentliche Vertreterversammlung

Tradition bewahren und Zukunft gestalten

Raiffeisenbank Schwandorf-Nittenau eG setzt auf Digitalisierung und baut ebenso auf die individuelle und persönliche Beratung


Die Raiffeisenbank Schwandorf-Nittenau eG hat im Rahmen ihrer 40. Vertreterversammlung, am 13. Juni 2016 in der Spitalkirche in Schwandorf, vor allem eines deutlich gemacht: „Unsere Kunden können sich auf eine langfristig angelegte Strategie verlassen.“, versprach Thomas Stalla, der seit 01.03.16 als neues Vorstandsmitglied fungiert.
Eine gute Strategie ist angesichts der nachhaltig verschlechterten Rahmenbedingungen, zu welchen zuvor Vorstandskollege Michael Köstler ausführlich Stellung nahm, auch mehr als notwendig.

Durch die Zinspolitik der EZB haben sich die Einlagenzinsen Richtung 0 Prozent orientiert, was die deutschen Sparer verstärkt zu spüren bekommen. Den Banken wird für Einlagen inzwischen sogar ein Negativzins bis 0,4 Prozent verrechnet. In die Geschäftspolitik der Banken wird aufsichtsrechtlich immer tiefer und immer nachhaltiger eingegriffen. Das trifft insbesondere die regional tätigen
Genossenschaftsbanken, die mit den hohen Kosten für ständig wachsende Meldeanforderungen
zu kämpfen haben.
Die Pläne zur Vergemeinschaftung der Einlagensicherungssysteme in Europa bezeichnete Köstler als „massiven Eingriff in die Eigentumsrechte und Vertragsfreiheit“. Der derzeit vorherrschende, politische Aktionismus belaste die betriebswirtschaftliche Ertragskraft der Banken. „Dabei waren es doch nachweislich die kleinen, regionalen Institute, die in der letzten Finanzmarktkrise systemstabilisierend wirkten.“, erklärte Köstler.

Insgesamt bezeichnete der Vorstand die Entwicklungen im abgelaufenen Geschäftsjahr als zwiespältig. Einerseits ist die aus zuvor genannten Gründen rückläufige Ertragslage nicht wegzudiskutieren, andererseits stehen da aber auch Chancen. Als Beispiel sei das veränderte Kundenbedürfnis hinsichtlich digitaler Angebote genannt, aber auch der beständige Anspruch auf individuelle Beratung. Beides ist wesentlicher Bestandteil des tragfähigen Geschäftsmodells der
Raiffeisenbank.

Mit den bequemen Online- und Mobile-Services der Bank führen inzwischen viele Wege zum Konto – bald 60 % aller Girokonten werden heute schon von zu Hause aus disponiert.
Dass der persönliche Kundenkontakt nach wie vor einen hohen Stellenwert hat, beweist die im Jahr 2015 getätigte Investitionssumme in Höhe von 185.000 Euro für Aus- und Fortbildung der Mitarbeiter. „Wir bieten Qualität zu seriösen, marktgerechten Konditionen. Wir sind nicht auf den schnellen Ertrag fixiert, sondern Nachhaltigkeit ist eines unserer wichtigsten Ziele.“, hieß es weiter in der Rede des Vorstands.

Dir. Maximilian Zepf der den Vertreterinnen und Vertretern das Zahlenwerk zum Geschäftsjahr 2015 präsentierte, führte aus, dass der Fokus - wie in den Vorjahren auch - auf die Qualität des Kundenportfolios gerichtet war. Unter der Maxime „Rendite vor Volumen“ war insgesamt eine verhaltene Volumenentwicklung zu verzeichnen. Das Bilanzvolumen bleibt dabei nahezu gleich. Ebenso bewegen sich die Kundeneinlagen Ende 2015 nur knapp über Vorjahresniveau. Durch
Sonderfaktoren war eine leicht rückläufige Entwicklung des Kreditvolumens zu verzeichnen. Im bilanzunwirksamen Geschäft konnten dagegen Zuwächse generiert werden.

Die Eigenkapitalsituation der Bank hat sich analog zu den Vorjahren wiederum sehr positiv entwickelt. Durch Gewinnzuweisungen und die Dotierung der Rücklagen konnte das erwirtschaftete versteuerte Eigenkapital um rund 10 % erhöht werden. Dies stellt eine gute Basis für ein gesundes Wachstum dar. Die deutlich verschärften Eigenkapitalanforderungen können damit bereits heute mehr als gut erfüllt werden.

Die Auswirkungen der Zinspolitik haben bereits Spuren in der Ertragslage hinterlassen, die sich in einer rückläufigen Zinsspanne dokumentieren. Nach den Hochrechnungen wird sich dieser Trend leider weiter fortsetzen. Es ist daher wichtig, dass durch strukturelle Maßnahmen dieser Ertragsrückgang auf der Kostenseite positiv beeinflusst wird. Parallel sei die Bank auf der Suche nach alternativen Ertragsquellen, sogenannten Kreditersatzgeschäften. Hierunter sind
Sachwerteinvestitionen mit dem Ziel der Anlagediversifikation zu verstehen. Damit möchte die Bank ihre Ertragsquellen auf eine breitere Basis stellen und bat die Vertreterinnen und Vertreter um Zustimmung zur hierfür erforderlichen Satzungsänderung.

Träger und Eigentümer der Bank sind die Mitglieder - zum Jahresende 2015 lag deren Anzahl bei 11.274.
Während andere Banken staatliche Hilfen in Anspruch nehmen und zum Teil gar keine Steuern zahlen, versteuert die Raiffeisenbank ihre Gewinne vor Ort. Die Steuerlast liegt bei 1,4 Mio. €. Davon profitieren insbesondere die Kommunen. Für 2015 fließen 628.000 € alleine an Gewerbesteuer an die Gemeinden, in denen die Bank Geschäftsstellen unterhält.

Eine gute Bank hat auch ein soziales Profil und ist sich ihrer Verantwortung für die Region bewusst. Für die Raiffeisenbank Schwandorf-Nittenau eG ist es deshalb selbstverständlich, sich gesellschaftlich zu engagieren. So hat sie im abgelaufenen Geschäftsjahr rund 80.000 € an Vereine, soziale Institutionen und gemeinnützige Initiativen im Geschäftsgebiet gespendet.

Im Geschäftsjahr 2015 lud die Raiffeisenbank außerdem zu einem spannenden Vortragsabend mit „Mr. Zukunft“ - Hr. Professor Dr. Opaschowski, referierte über das Leben und Arbeiten in Deutschland im Jahr 2030. Die Teilnahme an der Schwarzachtal-Messe in Neunburg vorm Wald und der Bauentscheid für die dortige neue Geschäftsstelle waren weitere Punkte im Geschäftsjahresrückblick.

Nach der Feststellung des vorgelegten Jahresabschlusses und der Entlastung von Vorstand und Aufsichtsrat stimmten die Mitgliedervertreter einer Dividendenzahlung in Höhe von 3,00 % für das abgelaufene Geschäftsjahr zu.

In der turnusmäßigen Wiederwahl des Aufsichtsrates wurde das bisherige Aufsichtsratsmitglied Herr Rudolf Zimmerer im Amt bestätigt.