Neues Bankhaus mit Zielvorgabe

Einweihung der neuerbauten Geschäftsstelle der Raiffeisenbank Schwandorf-Nittenau

Quelle: Ostbayern-Kurier 09/2017

Neunburg vorm Wald. Für Michael Köstler waren die Sorgen und Mühen der Bauphase vergessen: "Es ist richtig gut geworden." Der Vorstand der Raiffeisenbank Schwandorf-Nittenau freute sich am Mittwoch über die Einweihung der neuen Geschäftsstelle am Tor zur Neunburger Altstadt.

Mittlerweile sind die sieben Mitarbeiter vor Ort schon wieder knapp vier Wochen an ihrem neuen Arbeitsplatz tätig. Doch bis das Zielband erreicht war, waren während einer über dreijährigen Planungs- und Bauphase doch einige Hürden zu nehmen. Sie hatte Vorstand Köstler im Blickfeld, als er beim offiziellen Akt zur Segnung der neuen Filiale feststellte: "Was lange währt, wird endlich gut."

Nicht mehr zeitgemäß

Er blendete ins Jahr 2014 zurück, in dem die ersten Weichen zur Verlagerung der bisherigen Filiale am Jobplatz gestellt worden waren. Zeitgemäße Bankgeschäfte seien hier nicht mehr möglich gewesen, und ein Umbau hätte in dem ursprünglich als Wohnhaus konzipierten Gebäude "nur zu einem suboptimalen Ergebnis geführt", so Köstler. Das Vorhaben nahm Fahrt auf, als die Stadtverwaltung das Areal des früheren Kinos anbot - im Austausch für das bisherige Raiffeisen-Grundstück.

Es folgten "viele Diskussion mit unterschiedlichsten Interessenvertretern der Genehmigungsbehörde" (Köstler), und am 20. August 2015 schließlich hielt die Raiffeisenbank die Baugenehmigung in den Händen. Doch die Vorarbeiten für das Projekt entpuppten sich aufwendiger als gedacht: Instabiler Untergrund machte umfangreiche Bohrpfahlgründungen nötig, zusätzlich mussten alte Gewölbekeller erhalten und dokumentiert werden.

Die nötigen Entscheidungen seien der Raiffeisenbank nicht immer leicht gefallen - "schließlich durften wir die betriebswirtschaftlichen Aspekte dieser Investition nicht aus den Augen verlieren", argumentierte der Vorstand. Zum Tag der Einweihung aber stand fest, dass das Projekt-Budget ausgereicht hat: Auf Nachfrage von Oberpfalz-Medien bezifferte Michael Köstler die letztendlichen Kosten auf 1,9 Millionen Euro. Mit rund zwei Millionen Euro Investitionssumme war kalkuliert worden.

Der Neubau sei auch als Antwort auf aktuelle Herausforderungen im Bankgeschäft zu verstehen. Köstler sprach von einem massiven Spannungsfeld zwischen der Entfremdung der Kunden durch die fortschreitende Digitalisierung und der Notwendigkeit, bedeutende Entscheidungen persönlich in der Filiale zu besprechen. Wichtigstes Anliegen sei es aber, die genossenschaftlichen Ideale und Werte auch in Zukunft wach zu halten. Mit dem neu erbauten Bankhaus in Neunburg rücke dieses Ziel ein Stückchen näher.

Abschließend dankte Michael Köstler - auch im Namen seines Vorstandskollegen Thomas Stalla - der Stadtverwaltung und den Genehmigungsbehörden für die Zusammenarbeit. Er würdigte die Planung und Umsetzung durch Architekt Werner Hedrich und sein Team und sprach den beteiligten Baufirmen einen Dank aus. Im Dank an die Mitarbeiter der Geschäftsstelle hob er besonders Andreas Rankl und Christian Roidl heraus, die sich - zusätzlich zur normalen Arbeit - beim Neubau-Projekt engagiert hatten.

Impulse für Altstadt erhofft

Für Bürgermeister Martin Birner ging mit der Eröffnung der Geschäftsstelle ein langgehegter Wunsch in Erfüllung. Er sei dankbar, dass die Raiffeisenbank in der Altstadt viel Geld für ein modernes Dienstleistungs- und Beratungszentrum in die Hand genommen hat. Er würdigte die gute Zusammenarbeit zwischen Stadt und Bank, die auch den "negativen Einflüssen von außen, auch durch den einen oder anderen Altstadtbewohner" getrotzt habe. Von der neuen Filiale erhoffe er sich Impulse zur Belebung des Ortszentrums. Im Anschluss nahmen die Pfarrer Stefan Wagner und Gerhard Beck die Segnung der neuen Geschäftsstelle vor.

Mit Raumkonzept auf neuem WegVorstand Michael Köstler erläuterte das räumliche Konzept der Geschäftsstelle: Das neue - barrierefrei errichtete - Bankgebäude biete im Erdgeschoss Platz für einen großzügigen Servicebereich sowie für Geldautomaten und Auszugsdrucker. Hier ließen sich Bankgeschäfte ohne Beratungsbedarf zügig abwickeln. Im Obergeschoss finden sich diskrete und modern ausgestattete Beratungszimmer, und eine Finanz-Lounge als "Wohlfühlzimmer". Damit schlage die Raiffeisenbank Schwandorf-Nittenau einen neuen Weg ein, in dem das bisherige Beratungsgespräch am Schreibtisch des Mitarbeiters nun durch den Austausch von Zielen und Wünschen in "chilliger Atmosphäre" (Köstler) abgelöst wird. (mp)